Ausschreibung

Die Ausschreibung von Bauleistungen

 

Nachdem alle Planunterlagen fertiggestellt sind, erfolgt die Ausschreibung der Bauleistungen. Hier werden nun in textlicher Form unter Beilage der betreffenden Zeichnungen Leistungen beschrieben und den Handwerkern zur Preisabgabe vorgelegt.

 

Die Preisanfrage kann bindend erfolgen, wenn alle Detailfragen geklärt sind, jedoch kommt es sehr häufig zu Nachzahlungen, aufgrund von nachträglichen Änderungen, Missverständnissen usw.. Durch eine Preisanfrage mit allen betreffenden Zeichnungen kann jeder Handwerker leicht die Massenangaben nachvollziehen, seine Baustoffpreise einholen und so einen Festpreis kalkulieren, der ohne Änderungen an der Bausubstanz auch Bestand haben wird.

 

Aufgrund der gleichen Anfrage an alle, werden die Leistungen und die Preise vergleichbar. Hiermit kann selbst eine Eigenleistung oder die Nachbarschaftshilfe überprüft werden. Die Vorteile der Firmen im Materialeinkauf führen oft zu erstaunlich kleinen Differenzen, die eine Gewährleistung leicht wieder einspielt, die es bei der Nachbarschaftshilfe nicht gibt.

 

Beispielauszug eines Leistungstextes:


03.01.6 Vollflächige Bretterschalung aus Nut- und
Federbrettern, einseitig gehobelt, mit verdeckter
Nagelung aus verzinkten Nägeln einschl. aller Paß und
Randleisten sowie Unterfütterungen für Wände, Decken,
Dachausbauten, Gesimse etc.
Holzart : Fichte/Kiefer
Güteklasse : II
Brettdicke : 22 mm
Brettbreite : 10 - 12 cm
Fase : .............
41 m² ............................. .............................

03.01.7 Bitumendachbahn V13 besandet, als
Vordeckung auf Dachschalung, Stöße mind.
80 mm überlappen.
213 m² ............................. .............................

03.01.8 Konterlattung für Dächer und Wände, auf Holzunterkonstruktion,
incl. Höhenausgleich bis 20 mm.
Holzart : Fichte/Kiefer
Güteklasse : II
Querschnitt : 24/48 mm
253,6 m ............................. .............................

03.01.9 Insektenschutzgitter als Schutz der Dachhinterlüftung
gegen Ungeziefer bei Luftein- und -austrittsöffnungen
im Trauf- bzw. Firstbereich.
Gitterbreite : ca. 10 cm
Material : GFK
34 m ............................. .............................

03.01.10 Ortgangbohlen, Sichtflächen gehobelt, mit auf Gehrung
geschnittenen Stößen.
Holzart : Fichte/Kiefer
Güteklasse : II
Querschnitt : 5/25 cm
Befestigungsmittel : Senkkopfstifte verz.
41,2 m ............................. .............................

03.01.11 Stellbretter, einseitig gehobelt, mit Sägeschnitt für
Lüft ungs profil, rechtwinkelig zwischen Sparren incl.
Unterkonstruktion. Aufmaß: ges. Länge incl.
Sparrenbreite.
Holzart : Fichte/Kiefer
Güteklasse : II
Brettdicke : 22 mm
Brettbreite : 150 mm
Sparrenabstand : 70 - 80 cm
Befestigungsmittel : Senkkopfstifte verz.
34 m ............................. .............................

 

 

Die Vergabe der Bauleistungen

Die Vergabe der Bauleistungen erfolgt nach Abgabe der Angebote seitens der Handwerker. Hier ist es ratsam ein Gespräch mit den Handwerkern zu führen, sich eine Referenzarbeit zeigen zu lassen, mit anderen Kunden des Handwerkers zu sprechen. Handwerker ohne Referenzarbeiten sind entweder ganz neu auf dem Markt, oder es gibt Differenzen mit jedem Kunden!

Ist dieser Punkt erfüllt, der Preis vereinbart, wird es zu einer Auftragsvergabe kommen. Hier ist üblich die Leistungen zeitlich zu fixieren, Vertragsstrafen festzulegen (im Bezug auf die Vorbemerkungen in den Ausschreibungstexten), Abnahmedetails festzulegen, aber auch die Zahlungsmodalitäten schriftlich zu erfassen. Die Auftragsvergabe dient somit beiden Seiten im Zusammenhang mit der Leistungsbeschreibung als Sicherheit und ist eine Vertrauensgrundlage.

Die zeitliche Fixierung und festgelegte Strafen bei Zuwiderhandlung schützen den Bauherrn vor unvorhersehbaren Verzögerungen. Der zeitliche Rahmen eines Hausbaus kann somit recht genau vorhergesehen werden. Kündigungszeiten für die Wohnung können terminiert werden, alles Dinge die Geld kosten.

Für den Handwerker bedeutet die zeitliche Fixierung die Möglichkeit langfristig zu planen. Material zeitnah zu bestellen und nicht zwischenlagern zu müssen. Insgesamt stellt sich auch hier eine eine für alle Parteien bessere Situation dar, die sich zuletzt in den endgültigen Baukosten ablesbar ist.